Spontan zu Top of Europe – Jungfraujoch
Der höchste Bahnhof Europas auf über 3000m – Man könnte aber auch sagen, ein knapp 900 Km Tagesauflug…..
Für einen Bahnhof auf in einem Berg, einen Eispalast im Berg und eine Aussicht auf den längsten Gletscher der Alpen.
Du fragst dich jetzt sicher, wie kommt man auf die Idee diese Entfernung als Tagesausflug zu planen. Naja mit Planung hatte das Nichts zu tun.
Wir saßen abends beim Essen an Heilig Abend und wollten eigentlich am nächsten Tag Snowboard fahren gehen. Problem war nur es gab nicht wirklich Schnee auf den Bergen. Egal wo man geschaut hat, waren grüne Wiesen mit weißen Streifen dazwischen auf denen man hätte fahren können. Das sah jetzt nicht wirklich einladend aus.
Bei der Suche nach einem Skigebiet mit Schnee ist und das Top of Europe aufgefallen. Wir hatten mal einen Bericht darüber gesehen und fanden es interessant. Hat weniger mit Snowboardfahren zu tun aber es wäre wirklich interessant es sich anzuschauen. So einen Bahnhof auf über 3000m sieht man ja schließlich nicht alle Tage.
Also schnell bei Maps geschaut und gesehen, dass es „nur“ 300 Kilometer sind. Wäre ok für einen Roadtrip.
Wir also am nächsten Morgen früh ins Auto und los. Es war nicht viel los auf den Straßen und wir kamen gut voran.
Nach einigen Kilometern kam das erste Schmunzeln. Wir haben das Navi eingeschaltet. Die ersten 150 km sind wir ohne Navi gefahren, die Richtung kennt man ja. Wir wollte lediglich die Ankunftszeit wissen um die Tickets zu kaufen. Jepp Tickets, sowas macht man ja immer unterwegs 😉
Dann die Überraschung, Entfernung bis Ankunft knapp 300 Kilometer. Etwas verwirrt nochmal geschaut, wir ja schließlich schon um die 150 Kilometer gefahren. Wie konnte das sein?
Im Navi die Adresse überprüft, die passte, in der App nochmal geschaut, die sagt immer noch 300 km. Hmmmmm…. Andere App prüfen – 400kilometer.
100 Kilometer weiter als geplant
Nun wurde aus unsrem 600 Kilometer Roadtrio einer über knapp 900Kilomter. Zugegeben ca.400 Kilometer für eine Strecke für einen Roadtrip ist jetzt nicht ums Eck, aber wir waren ja schon 150 km gefahren und wollten dann auch nicht mehr umdrehen, also Augen zu und durch.
Zurück zu den Tickets für die Zugfahrt, diese konnten eigentlich problemarm über die Homepage gebucht werden. Ja eigentlich. Das Buchungssystem ist, sobald man verstanden hat was man da eigentlich bucht, sehr übersichtlich.
Du buchst die Auffahrt, entweder komplett mit dem Zug nach oben oder du buchst für die erste Strecke die Gondel und dann den Zug bis ganz nach oben. Uns wurde auch empfohlen eine Sitzplatzreservierung vorzunehmen. Vor alles an Ferientagen oder Feiertagen mache das Sinn.
Dort kannst du auch gleich die Rückfahrt aussuchen, sprich um wieviel Uhr diese gehen soll. Wie lange möchtest du oben bleiben und wie zurückfahren. Deshalb haben wir die Ankunftszeit gebraucht.
Also alles gebucht und abgeschickt.
Wir dachten alles erledigt, die Entfernung bekommen wir hin, los geht’s und Roadtrip-Mode.
Wir waren schon kurz vor Grindelwald, als aufgefallen ist, dass keine Bestätigungsmail ankam, also kurz den Kundenservice angeschrieben mit dem Ergebnis: Da hat sich bei der Buchung wohl etwas aufgehängt und sie ist nicht durch gegangen. Also das Ganze von vorne. Sind ja schließlich schon 400 km gefahren.
In der Tiefgarage des Grindelwald Terminals war die erneute Buchung, dann durch. Was sich im Nachhinein sehr ratsam herausstellte. Denn im Terminal war sehr viel los und wir hätten sonst ewig an der Kasse angestanden.
Daher unser Tipp: immer vorab die Tickets buchen. Wenn du dir wegen der Zeit unsicher bist, buche immer etwas längere Zeit auf dem Berg. Dann misst du dich nicht abhetzen, denn es gibt einiges zu sehen. Und wie gesagt die Sitzplatzreservierung lohn sich an Feiertagen und Ferientagen.
Mit dem neuen Eiger Express ging es dann nach oben. Vorab sei schon mal verraten, es ist jetzt nicht wirklich die beste Idee, dein Besuch auf Weihnachten zu legen…..
Nach oben mit dem Eiger Express
Wir sind mit der Gondel das erste Teilstück gefahren um ein wenig Zeit zu sparen. So wie ungefähr 50 andere Menschen auch. Die genaue Menge kann ich dir gar nicht sagen, nur dass jeder Sitz- und Stehplatz in der Gondel belegt war. Du kannst natürlich auch die ganze Strecke mit dem Zug fahren. Es dauert länger aber du hast ein einmaliges Erlebnis. Aus der Gondel hast du eine wunderbare Aussicht während der Fahrt. Auch auf die Eiger Nordwand.
Oben angekommen, mussten wir nur noch das richtige Gleis finden. Nicht so einfach, mit gefühlt 1000 anderen Menschen gleichzeitig. Es war so viel los. Menschen von überall her, Familien, Reisgruppen aus vielen verschiedenen Ländern. Die Beschilderung war ein wenig chaotisch, sodass sich kaum jemand zurechtgefunden hat. Die Mitarbeiter vor Ort haben versucht alles zu koordinieren, aber den vielen Sprachen und Menschen war das auch alles andere als einfach.
Am Gleis angekommen, konnten wir aufgrund der Sitzplatzreservierung gleich in den Zug. Und kam kann es kurz beschreiben, dieser wurde voll. Und dann ging es los. Schon kurz nach dem Start ging es in den Tunnel.
Tipp: An Tagen wie Weihnachten, ist es sinnvoll einen Sitzplatz zu reservieren, uns wurde gesagt unter der Woche und außerhalb der Ferien, ist das nicht nötig.
Ankunft am höchsten Bahnhof Europas auf 3’454 m
Die ganze Fahrt nach oben ist im Tunnel. Und dann kommst du am Bahnhof an. Auf 3454m. Ein Bahnhof in den Berg gemeißelt. Es ist sehr beeindruckend.
Mit den ganzen Menschenmassen geht es dann vom von Zug über weitere Tunnel zur Sphinx. Das Gebäude liegt spektakulär auf dem Berg. Aus der Luft ein atemberaubender Anblick. Von der Terrasse genießt du die Aussicht auf den Aletsch Gletscher. Den längsten und flächenmäßig größten Gletscher der Alpen. Und wir hatten mal zur Abwechslung Kaiserwetter. Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel. So hatten wir eine Atemberaubende Aussicht.
Im Inneren des Berges führen mehrere Wege und Aufzüge durch die ganze Anlage. Nach einer Weile bekommst du langsam die Orientierung hin.
Man läuft sozusagen auch durch die Geschichte des Baus der ganzen Anlage. Ein Multimediale Rundgang mit Ausstellungsstücken, sowie Film- und Bildaufnahmen der Geschichte der Anlage.
Natürlich mit einen Souveniershop und Gastronomie. Auch der höchstgelegene Lindt-Shop lädt zu einem Besuch ein.
Was uns überrascht hat, man durfte auch raus auf den Gletscher. Auf einen kleinen abgesperrten Teil. Wie gesagt wir waren ja nicht die vorbereitesten Menschen auf diesem Berg. Das meiste was man an Infos und Vorbereitung machen konnte, haben wir auf dem Weg dorthin gegoogelt. Das ist jetzt nicht gerade das Empfehlenswerteste was man machen solle, aber es geht. Und bei 4,5 Stunden Anfahrt hat man ja genügend Zeit.
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Apfelkuchen mit Aussicht
Einen kleinen Snack zwischendurch. Omas Apfelkuchen hat es auch auf den Berg geschafft. Was sich im Nachhinein als sehr gut herausstellte, denn bei den Menschenmassen hätten wir Stunden warten müssen, bis wir dort hätten essen können.
Eispalat im Berg
Ein Highlight haben wir uns für den Schluss aufgehoben. Den Eispalast. Eine unterirdische Welt aus Eis. Wirklich alles aus Eis. Alle Wege, die Wände die Decken. Wirklich sehenswert. Ein Labyrinth im Eis. Wirklich sehenswert. Wir sind hier auch ein Paar Mal hin und her , nicht das wir irgendwas übersehen haben.
Irgendwann wurde es dann ich Zeit für die Rückfahrt. Wir haben uns wirklich ein großes Zeitfenster gebucht. So hatten wir auch genügend Zeit alles anzuschauen. Und zwischen den ganzen Reisegruppen aus der ganzen Welt war das auch gut. So konnten wir auch zwischendurch ausweichen und was anderes anschauen, wenn es zu voll war. Und ja, voll war es. Gehe am besten nicht in den Ferien oder an einem Feiertag hin.
Wir also nochmal ein Rundumgang gestartet, noch einmal die Aussicht auf den Gletscher genossen und dann ging es wieder zum Bahnhof.
Mit hunderten von anderen. Das man man schon sagen, es war überfüllt. Mit dem Zug ging es wieder zur ersten Zwischenstation und dort weiter mit der Gondel.
An der Zwischenstation angekommen, ging es im Enten Marsch weiter zur Gondel. Die ganze Traube Menschen schob sich von einem Punkt zum anderen.
Wieder mit einer wunscherschönen Aussicht ging es mit dem Eiger Express abwärts. Vorbei an der Eiger Nordwand um Grindelwald Terminal. Dieses Mal hatten wir noch etwas zeit uns im terminal umzuschauen. Es gilt ja als das modernste terminal. Es ist wirklich großzügig angelegt und hat noch einige Shops mit Souvenirs und typischen Schweizer Produkten.
Fazit:
Es ist wirklich einen Besuch wert. Einmalig und beeindruckend. Du solltest den Ausflug jetzt nicht gerade wie wir einen Tag vorab festlegen und losfahren, vielleicht ein wenig mehr Vorarbeit und mit etwas in der nähe kombinieren. Aber plane auf jeden Fall einen ganzen tag ein, so hast du genügend Zeit für alles und hast keinen Zeitdruck. Und ganz wichtig, gehe nicht an Weihnachten dort hin.






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